Donnerstag, 26. März 2015

Sicherheit und andere Ängste

Werte
HCG: 60890
Prog.: 45,3

Das sind gute Werte. So gut, dass die Praxis mich sogar freudig an rief um es  mir mit zu teilen. Vorher war der Wert bei 39895. Das ist ideal. Ausserdem verhält Pixelchen sich auch normgerecht. Wir sind jetzt in der 8. Woche und laut Ratgeber soll Pixelchen 14mm groß sein. Und genau das ist es auch. Ich werde immer beruhigter was Pixelchens bleiben an geht.
Blöderweise lässt meine Ruhe, alles ist unwichtig ausser meinem Bauch, gerade nach. Andere, unwichtigere Sorgen machen sich plötzlich breit. Sollte ich dennoch zum Drachenfest gehen? Gemütlich, als Larpgriller in einem anderen Lager. Was hab ich noch zu organisieren? Kriege ich alles fertig was ich fertig bekommen möchte? Vor allem, klappt die Organisation?

Ich weiß, das ist im Vergleich zu Pixelchen unwichtig, doch es gibt Leute die sich auf mich verlassen und das ist mir sehr wichtig. Ich glaube ich bekomme schon alles hin und am Ende wird alles gut gehen, aber jetzt fühlt es sich plötzlich komisch an.
Mir geht etwas der Fokus auf meine Familie verloren und die Welt kehrt zurück.

Übrigens eine süße Nachricht für meine Mutter, ich trinke gerade begeistert Fanta.

Montag, 23. März 2015

Essensverdrehung und Protestpinkeln

Meine Essenswünsche spielen gerade völlig verrückt. So überlege ich zum Beispiel in diesem Moment ob ich nicht runter in die Küche gehen soll und mir ein Glas Silberzwiebeln holen. ...hoffentlich haben wir noch Silberzwiebeln im Haus... Andererseits schleppe ich schon einige Zeit eine Tafel Ritter Sport Honig-Salz-Mandel mit mir herum, doch soetwas esse ich aktuell eher wie ein Mittagessen. Was Snack und was Mahlzeit ist, ist sehr abstrus verdreht. ...oh, und Gorgonzola wäre jetzt schön, doch den habe ich nun sicher nicht im Haus.

Nun zum anderen Thema dieses Posts. Meine Katzen.
Ich merke, dass ihr Verhalten sich mir gegenüber verändert hat. Heute war es aber wirklich seltsam. Seit Amy klein war habe ich ihr versucht die Angst vorm Wasser etwas zu nehmen indem ich häufig wenn ich badete Leckerlies dabei hatte. Ich brauchte dringend mal wieder ein Bad, hatte auch recherchiert, dass wenn ich es nicht zu heiß mache es auch nicht schädlich fürs Kind ist. Auch dieses Mal hatte ich die Leckerlidose dabei. Ich habe es aber gewagt meinen Ablauf zu ändern, erst mich ab zu duschen und dann das schöne heiße Wasser zu genießen.
Amy fand das wohl gar nicht erquicklich. Die Dusche verhinderte, dass sie an ihren Lieblingsplatz kam und ich habe es auch noch gewagt mich zu duschen und sie nicht zu streicheln. Wie konnte ich nur. Sie quittierte es damit sich auf die Fliesen zu setzen und diese ihrerseits zu 'duschen'.

Das war eindeutig eine Botschaft. Ich vermute sie wollte mir damit sagen ich solle sie nicht ignorieren und alle Abläufe so beibehalten wie sie sie kennt. Doch wie ich mich mit meinem verändernden Körper abfinden muss wird Amy es auch lernen sich um zu gewöhnen. Sobald das Handtuch in der Ecke lag hatte ich dann wieder ein glückliches Pelzknäul. Schnurrend wurde geschmust und ab und an um mich herum balanciert. Alles wird gut.

Samstag, 21. März 2015

Rollenspielsamstag

Heute ist Samstag, ich versuche auszuschlafen, doch mein kugeliger Bauch und meine schnurrende Katze auf den Beinen machen es mir nicht leicht. Ich nutze also mein heißgeliebtes Tablett und surfe ein wenig in Facebook. Ich freue mich über süße Bilder, die Chichi von seiner gerade geborenen Tochter postet, und lasse mich von anderen inspirieren.
Dann stoße ich auf ein Bild, das Alexander (alias Betty), von gesammelten Knochen zum basteln zeigt und ein Gedanke, der sich in mir fest setzt ist: 'Hmmm... Honey BBQ Rippchen... das wäre jetzt ein tolles Frühstück.'
Kerstin hat auch noch ein Bild von Zimtschnecken online gestellt und die Tagesplanung ist klar!

Einen Einkauf später, wo mich nur die 'Alles ist schön, das ist doch kein Grund sich auf zu regen' - Hormone vom Wahnsinn abhalten, sind Jörns Freunde schon angekommen und lassen mich beim ausräumen nicht einen Finger rühren. In den letzten Stunden habe ich nach und nach Franzbrote gebacken und die Rippchen für später liegen schon im Kühlschrank.
Es ist herrlich heute bei der Shadowrunrunde mit auf der Couch zu liegen und Mäuschen zu spielen. Ich habe sogar den Weißen Tee mit Vanille und Pfirsich bekommen und wir trinken hier Kanne um Kanne.
Hier wehren also Magier und Elfenschamanin einen bösen Luftgeist ab, die anderen infiltrieren einen Club und ich tippe an diesem Blogeintrag. Ein wundervoller Nachmittag. Und Pixelchen scheint auch recht zufrieden, da es gerade alles bekommt was es will, inklusive 'Mama liegt ruhig' und scheucht andere.

Donnerstag, 19. März 2015

5. Woche - 1. Ultraschall - bzw. 7. (Siehe unten)

16.03.2015 - XX.03.2015
Auch dieser Post wird wie vorherige und einige folgende erst später veröffentlicht.

1. Tag (Montag)

Es ist etwas seltsam, auf eine gewisse Art kehrt der Alltag ein. Andererseits ist immer noch alles anders. Ich bin zum Beispiel heut auf dem Weg zur Arbeit an den Straßenrand gefahren und hab ca. 30 Minuten auf einem Parkplatz gepennt, weil ich wirklich drohte am Steuer ein zu schlafen. Ein Fingerhut voll Kaffee und ca. 1 Tasse Milch dazu sorgen gerade dafür das ich wohl etwas Arbeit schaffen werde. Mal sehen.
Es ist schwer diese Blogs nicht einfach zu veröffentlichen. Ich fange langsam an mich sicher mit der Schwangerschaft zu fühlen. Ungewohnt ist, dass diese Woche nicht Montag der Bluttest sein wird, sondern erst Mittwoch, dafür inklusive es ersten Ultraschalls. Ich bin sehr gespannt wie das wird.

2. Tag (Dienstag)

Was für ein schöner Morgen. Die Übelkeit hält sich in Grenzen (Gestern hing ich das erste mal über der Kloschüssel), die Sonne scheint, Amy klettert im Baum herum... nur schön wäre es wenn ich mal wieder wach wäre. zzzzzzzzzzzzzzzzzZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZZ

Mein Teamleiter sabottiert dann auch gleich mit. In der Mittagspause strecke ich mich mal kurz auf unserer Couch in der Sitzecke aus. Nur mal kurz den Rücken entspannen. Er schiebt mir noch ein Kissen zu und zack ist das so bequem das ich echt Willenskraft brauche um wieder auf zu stehen und da nicht mal eben so für die nächsten 2 Stunden ein zu pennen.

3. Tag (Mittwoch) - 1. Ultraschall

Dank frühem zu Bett gehens bin ich nicht mehr ganz so müde, doch immer noch groggy genug. Ich habe fürchterlich geschlafen und bin schrecklich nervös. Im Grunde habe ich ein gutes Gefühl, mein Bauch ziept und zippelt, Übelkeit meldet sich ab und an und das lässt mich vermuten die kleinen Zellklümpchen sind noch da wo sie sein sollten.
Dann auch die Überlegung. Ab wann veröffentliche ich diese Blogeinträge? Irgenwie will ich es jetzt schon tun. Jeder in meinem Umfeld sagt mir ich soll positiv denken. Nur was das allgemein erzählen an geht heißt es immer 'Sei vorsichtig, du könntest es wieder verlieren und dann wird es noch anstrengender das auch mit zu teilen.'

Nun genieße ich also das Frühlingswetter, gestern Abend noch schnell ein paar Plastikostereier in unsere Hortensie gehängt zu haben und die Vorfreude sowohl auf das Wissen heute Nachmittag, als auch auf den Besuch meiner Eltern an Ostern.
Was ich heute lieder nicht genießen kann sind die liebevoll von meinem Mann vorbereiteten Nudeln. Irgendwie wird mir gerade von allen Fleischersatzprodukten, so gern ich sie vorher auch mochte und so komisch mir das jetzt vor kommt, schlecht. Ein Glück haben wir hier einen Edeka mit Truthan-Curry-Sandwiches und Cocktailtomaten.

Am Nachmittag dann, der 1. Ultraschall. Jörn und ich beschließen, dass wir ab sofort ein Pixelchen haben. Jörn meint mit Pixeln kenne er sich aus und ich fühle mich in dem Bereich auch sicher. Mal ab von Müdigkeit, Übelkeit und einem Körper der beginnt alles Enge an Kleidung zu verabscheuen äussert sich seine Anwesenheit eben über Pixelchen auf einem Ultraschallgerät. 4 kleine Pixel, die schwarz werden... weiß... schwarz... weiß...

Ein Standbild wollen wir euch nicht vorenthalten:

Werte
HCG: 37186
Prog.: 20,8

4. Tag (Donnerstag)

Der Aufregende Termin ist vorbei, doch irgendwie bin ich immer noch aufgeregt. Irgendwie wird das ganze jetzt viel realer als vorher. Natürlich schlafe ich auch promt schlecht und merke wie ich immer schlechter auf dem Bauch liegen kann. Das kommt mir komisch vor, da ich ja eben erst in der 5. Woche bin. Dennoch, mein Bauch fühlt sich jetzt schon irgendwie an wie ein Ballon. Ich glaube ich werde am Wochenende meinen Kleiderschrank ausmisten. Jeans u.ä. trage ich schon seit Wochen nicht mehr, doch es müssen jetzt echt ein paar weitere bequeme Klamotten her.

Ausserdem haben Jörn und ich beschlossen es doch jetzt schon bekannt zu geben. Der erste Blogeintrag ist also heute gepostet. Der der 4. Woche rückt dann morgen nach und dieser am Samstag oder Montag... mal sehen. :)

Aber der Tag mit Pixelchen war noch nicht vorbei. Das Kleine musste uns noch einen Schock bereiten. Ich hatte Blutungen. Das Internet ergab, dass es nichts ungewöhnliches ist und es ließ auch nach, also beschlossen wir bis zum nächsten Morgen zu warten bevor wir Panik schieben und gingen gleich ins Bett. 

5. Tag (Freitag )

Der Morgen kam, die Nacht verlief Ereignislos, doch kaum aufgestanden setzen die Blutungen wieder ein und mit ihnen die Panik. Ich konnte nicht mehr unterscheiden ob das Ziehen im Bauch gut oder schlecht war. Ein Glück sagte die Praxis gleich um 7:30 Uhr ich könnte vorbei kommen und sie zeigten sich von der besten Seite. Ich kam sofort dran. Entwarnung!  Pixelchen geht es gut. Nur meine Medikamenten Dosis wurde erhöht und ich soll mich ganz doll schonen und liegen.
 
Nebenbei wurde ich noch aufgeklärt, dass ich mich verzählt hatte, ich bin schon in der 7. Woche, nicht der 5. ... Die Blogführung wird also ab sofort geändert. ;)

Ausruhen, wie aufgetragen, das mache ich jetzt auch. Eine schnurrende Amy liegt auf meinen Beinen und ich versuche es Pixelchen möglichst bequem zu machen. Ich habe auch immer noch Gelüste, wie mein 2. Frühstück aus durchgegartem Burgunder Schinken im Brötchen mit viiiiieeeeeellll Senf beweist. Ich habe sogar den Fettrand gegessen, den ich sonst nur angewidert abschneide.

Auch, entgegen meinem vorherigen Plan, habe ich jetzt alle Posts auf einmal abgeschickt. Ich bin froh 'up to date' zu sein und die Nummerierung stimmt ja nun eh nicht mehr. Viel Spaß also beim direkte Neuigkeiten lesen. 

4. Woche

10.03.2015 - 16.03.2015
Auch dieser Post wird wie vorherige und einige folgende erst später veröffentlicht.

1. Tag (zufällig Montag)

An diesem Abend hatte ich meinen ersten Übelkeitsanfall. Die Übelkeit war nicht so schlimm, doch inklusive plötzlicher unterzuckerung mit Zittern u.ä. hab ich mein Tanztraining lieber ausfallen lassen. Ich bin so dankbar für meinen verständigen Tanzpartner.
Mein Ehemann ist auch toll. Er hat sich ganz allein um die Küchenarbeit gekümmert als sich raustellte das ich seine Weizenbratlinge gerade so gar nicht riechen kann.

Werte
HCG: 8391
Progesteron: 27,4

2. Tag (Dienstag)

Der Edeka bei meiner Arbeit hat meine aktuelle Lieblingssaftsorte. Happy Day, inklusive Geschmacksrichtung Erdbeere. Da ich gerade verrückt nach Smoothies und reichhaltigen Säften bin ist das absolut genial.
Ausserdem habe ich einen Link für eine echt tolle Website mit Spitze, Knöpfen u.s.w. bekommen und bin jetzt total inspieriert für eine Steampunkklamotte. Aber auch die wird warten müssen bis meine Maße sich irgendwann wieder passend eingependelt haben.

Ausserdem macht sich immer mal wieder Übelkeit breit. Das ist echt gemein und Gelüste, die eigentlich ganz gut dagegen helfen kommen gerade auch nicht auf. Immerhin, der Käsehunger wurde mit einem Ofenkäse  zum Abendessen erfolgreich bekämpft.

3. Tag (Mittwoch)

Jörns Weizenbratlinge und seine Nudelpfannen, die ich ich vorher echt gerne mochte, verursachen mir gerade leider Übelkeit. Nun ja, er hat damit immer genug fürs mitnehmen auf die Arbeit über und ich halte mich an Junkfood das ich mit frischen Säften und Obst kombiniere. Auch nicht übel.
Was wirds wohl heute zum Mittag geben? Gorgonzola Nudeln, Cabonara Tortellini (Die deutsche Variante, also keine Sorge wegen Frischeis o.ä.) oder halte ich mich an Kartoffelschips und einen Pfannkuchen/Berliner/Krapfen von gestern? (Es wurden Tortellini.)

Oh, und ab heute habe ich meinen Ehe- und Verlobungsring abgenommen. Die Hände sollen ja möglicherweise dicker werden bzw. Wasser einlagern und da die schon eh schwer ab gehen möchte ich nichts riskieren.

4. Tag (Donnerstag)

Ich wache immer noch völlig müde auf. Jörn versucht mich zu motivieren.
Jörn: "Hey, ach komm, es ist nur noch heute!"
Ich (total verschlafen und grummlig): "Jörn, es ist Donnerstag."
Jörn: "Ach mist. Desillusionier mich doch nicht immer so."

5. Tag (Freitag)

Diese Sache mit den Geruchsverändungen ist echt komisch. Ich dachte ich nehme manche dann nur mehr wahr. Aber wo ich es gerade richtig bemerke ist bei Dingen die ich vorher als Gerüche liebte bei denen mir jetzt leider gerade übel wird. Die Weizenbratlingpfannen meines Mannes zum Beispiel oder wunderbar frisch gebackene Brötchen.
Dafür könnte ich jetzt super Penne Gorgonzola mit Blattspinat zum Frühstück verputzen. :)

6. & 7. Tag (Samstag & Sonntag)

Endlich Wochenende! Irgendwie ist das die einzige Zeit wo ich genügend Schlaf bekomme. Das führt aber auch dazu, dass ich kaum mehr mache als zwischen Bett und Sofa zu pendeln.

Ich hatte Samstag Abend versprochen auf dem Cirque Bizarre 4 von Goth United zu sein. Dafür habe ich mich dann aufgerafft, aber ganz untypisch ein aufwendiges Outfit gegen Bequemlichkeit getauscht. Kein schweres großes Kleid, Turnschuhe anstelle von High Heels u.s.w. Ich fühle mich merkwürdig wenn ich tanze. Als hätte ich kaum noch Bauchmuskeln. Jetzt schon. Wenn ich versuchen will mich an zu spannen, was vorher halbwegs unterbewusst ging muss ich jetzt echt denken 'Hier anspannen, da anspannen.' ... 'Und Atmen nicht vergessen.'
Ich hab mehr auf der Bank gesessen als irgendetwas anderes. Dennoch war es schön, vor allem wegen der ganzen vielen lieben netten Leute.

-X. bis 3. Woche

Ich schreibe diesen Post nun am 05.03.2015, werde ihn aber wohl erst später veröffentlichen.

Einige wissens, einige wissens nicht. Jörn und ich haben sehr lange vergeblich versucht Nachwuchs anzusetzen. Wir haben viele Ratschläge bekommen, wir haben viel ausprobiert. Es waren Zeitphasen dabei wo wir kaum aus dem Bett gekommen sind und welche wo es uns einfach egal war. Wir hatten 3x die Situation die zum springen bereteite Eizelle auf einem Ultraschall zu sehen und obwohl die Frauenärtzin uns eine Wahrscheinlichkeit von 90% prophezeite klappte es dennoch nicht.

Wir haben uns seit Ende 2013 in Kinderwunschbehandlung begeben. Von der Odyssee der Bürokratie und des organisieren habe ich ja schon geschrieben. Hier möchte ich auf die andere Seite der Erfahrungen eingehen.

Zunächst war es toll nach Jörns These zu hören, dass er nicht nur mit Staub schießt, wie er immer zu sagen pflegte.

Vor meiner Eizellen entnahme hatten wir ca. 13 mögliche Eibläßchen gesehen. Nach meiner Eizellenentnahme bekamen wir folgendes zu hören:
11 wurden entnommen, 10 davon waren nutzbar, 9 verbanden sich mit den Samen. 2 Davon entwickelten sich auffällig und wurden verworfen, 5 eingefroren und 2 würden mir eingesetzt werden.

Das Einsetzen war dann ein recht kurzer und unspektakulärer Termin.

Von da an hatte ich Bauchschmerzen. Immer so ein kleines leichtes Ziehen im Unterbauch. Das schob ich auf die gemachten Behandlungen.
Und ich wurde müde! So müde, dass ich auf einigen Autofahrten mich fast um brachte, aufgrund von Sekundenschlafes auf der Autobahn. Das schob ich auf die Medikamente.

Dennoch wurde brav 2 Wochen so gelebt als wäre ich schwanger. Immer mit dabei die Anmerkung, dass es wahrscheinlich nur die Nebenwirkungen sind.

Auch wenn Jörn plötzlich neben mir steht und anmerkt meine Brüste wären gewachsen. (Ich wusste gar nicht das ihm soetwas auffällt.)

Montag den 02.03.2015 kam dann nun ca. 1. Stunde nach meinem Blutabnahmetermin das Ergebnis:
SCHWANGER! Top Werte. HCG sieht gut aus, Progesteron sieht gut aus. Alles sieht gut aus. Nächste Woche soll ich noch mal zum Blutabnehmen und am Mittwoch den 18.03.2015 ist dann der erste Ultraschall.

Jetzt ist es auch für mich legal Heißhunger auf Salamipizza, Schokopudding u.s.w. zu haben. (Ja, auch in Kombi.)

Auf Kaffee zu verzichten ist bei den Nebenwirkungen echt hart.

So, und nun geh ich mal zur Mittagspause und versuche Powernapping, denn der Sekundenschlaf im Meeting gerade eben war nicht wirklich ausreichend.

Werte
HCG: 527
Progesteron: 32,7

Freitag, 8. März 2013

Etwas mehr als ein halbes Jahr Coppelius

Wer mich kennt weiß, dass ich nicht wirklich viel mit Musik zu tun habe. Ja, ich höre sie, ich höre Radio während des Auto fahrens und ab und an beschäftigt mich das eine oder andere Lied. Doch irgendwie war Musik für mich immer mehr Handwerk als Kunst. Vermutlich weil mir der Einblick fehlte, wo der wirkliche künstlerische Teil dazu kommt.
Hier, in Berlin, lerne ich nun immer wieder Musiker kennen. Sei es nun der Sounddesigner meiner Firma, ein Freund der DJ ist, ein anderer der begeistert im Hobbybereich trommelt. Ich habe erlebt das Musik mehr ist als nur vom Notenblatt ab zu lesen und ein 'Falsch' zu hören wenn man sich mal um eine Note verspielt hat. Es ist etwas Lebendiges, etwas das aus sich selbst heraus entsteht  und ich sehe ganz eindeutig die übersprudelnde Leidenschaft bei manchen Musizierenden und daraus entstehende Kreativität, auch wenn ich sie nicht verbal erklären kann.

Über ein 'komm doch mal dahin...' kam ich dann im Sommer zum Konzert in der Biesdorfer Parkbühne. Hatte ich aus irgendeinem subjektiven Grund damit gerechnet ein Konzert vor zu finden das mit Sackpfeifen und Mittelaltermarktmusik aufwartet war ich beim ansehen der Website ausgesprochen überrascht. Statt Lederlendenschürzen und großen Pauken bekam ich Bilder von Zylindern, Klarinetten und Streichinstrumenten. Die ersten Lieder die ich hörte waren 'Schöne Augen', 'Risiko' und 'Habgier'.

War bisher meine Angabe wenn ich nach Musikinterpreten die ich mag gefragt wurde 'Subway to Sally' oder wo ich mir sicher sein konnte, der Gegenüber kennt diese nicht einmal dann 'Rammstein' fehlte mir da immer noch irgendetwas. Die Lieder dieser Gruppen mochte ich, doch Rammstein war mir irgendwie von der Thematik her immer zu modern. Denke ich an sie denke ich an Metall, Asphalt, Feuer...
Bei Subway gefielen mir die häufig sehr bildlichen Texte und das auch hier Streicher eingesetzt wurden. Aber, so gut der Sänger seine Arbeit mit der stimmlichen Bildmalerei auch macht, irgendwie fehlte mir da etwas ruhiges in der Stimmfarbe. (Das ist sicher für jeden der eher in der Welt der Musik zuhause ist ganz komisch beschrieben, doch ich bin nun einmal ein visueller Mensch und denke in Bildern, Farben und Formen und für anderes fehlen mir leider die Worte.)

Da meine Kollegen immer sehr amüsiert darauf reagieren wenn ich mich in der Mittagspause style, der Tag selbst sehr voll war und ich es liebe Mottos mit zu bedienen wenn irgendwohin gehe warf ich mich also in Schale und besuchte mein erstes Konzert von Coppelius.
Ich wurde geradzu umgehauen von dem kompletten runden Konzept. Die Bühne war gestaltet, wie ich noch nie zuvor eine gesehen hatte. Details, wie die japanische Flagge am Schlagzeug, ein Staubwedel als Mikrofon, alte Stühle... ich kann es gar nicht alles aufzählen. Immer war etwas los auf der Bühne, selbst die Personen im Hintergrund standen nicht einfach gelangweilt herum und dudelten nur ihre Musik. Gleichzeitig war es keine Choreographie, die zwar gut ausgestaltet, aber dennoch einstudiert wirkt, wie ich es zum Beispiel bei Pink erlebte.
Die Herren - und diese Bezeichnung kommt mir mittlerweile natürlich über die Lippen (bzw. Finger), denn sie passt einfach - beherrschten ihre Instrumente wie selbstverständlich. Fast schon so natürlich wie Atmen. Die wechselnden Sänger ließen jedes Lied anders wirken und dennoch war es ein gemeinsames Ganzes.
Ich habe mich sehr gefreut als sie Habgier spielten, das nach kurzer Zeit in die Riege meiner Lieblingslieder aufgestiegen war. 'Ade mein Lieb' war für mich neu, genau wie das sich auf einem Konzert plötzlich alles setzte.
Dieses Phänomän habe ich später auf dem Konzert in Hamburg, Anfang dieses Jahres wieder erlebt. Plötzlich kommt alles zur Ruhe. Vorher tanzte man vielleicht noch, versuchte über die Schulter des Vordermannes zu spähen, aber dann, der Abschluss, man setzt sich, atmet durch und genießt die schöne Stimme und die sanften Klänge.
Sogar mein Mann, der um ein Versprechen ein zu lösen, in den 14 Jahren seit wir uns kennen nun auf sein 2. Konzert ging, drückte der Gruppe gegenüber seinen Respekt und seine Anerkennung aus.

Meine Ansicht, was man mit einer Klarinette machen kann, wurde grundlegend umgekrempelt. Kannte ich sie bisher nur als Katze aus Peter und der Wolf und verband sie geistig mit dem gequälten rumsitzen in einem viel zu warmen Musikklassenzimmer, zum Stillhalten gezwungen wo man doch viel besser zeichnen oder tanzen könnte, wurde mir nun offenbart wie vielfältig dieses... nenne ich es in Ermangelung eines anderen Wortes und mit der höchsten Hochachtung... Werkzeug ist.

Es folgte das neue Album Extrablatt. Ich liebe dessen Aufmachung. Die Papiertextur, das gezeichnete Logo, herrlich. Von Coppelius habe ich mittlerweile so viele CDs gekauft wie von noch keiner anderen Gruppe jemals zuvor.

Jetzt Dienstag gewannen sie noch ihren Teil des Vorentscheides für den Band Battle mit einem fulminanten Auftritt.
Nächsten Dienstag ist nun das Finale im Hard Rock Café in Berlin. Ich werde wieder mit dabei sein und völlig egal ob sie diesen gewinnen oder nicht, ich bin mir sicher es wird ein großartiges Stück Musik mit einer beeindruckenden Showleistung. Ich freue mich schon darauf und kann jedem, der die Kapelle noch nicht kennt, nur den Mut zu sprechen sie sich einmal an zu hören. (Am besten Live.) Denn wie sagte die Dame von der Jury: "Ich dachte als ich von Coppelius hörte das wäre nicht so meins, aber ich konnte eben einfach nicht mehr still sitzen bleiben. Ich dachte ich finds nicht gut, aber ich finds Hammergut."

Und zum Abschluss, noch eine Coppelianische Filmographie (zum Wettbewerb zum Lied Reichtum, an dem ich auch teilgenommen habe, leider aber nicht rechzeitig fertig wurde.):